Reise in die Genussregion Oberfranken - 6 kulturelle Höhepunkte, 2 Stadtführungen, leckeres Essen und süffiges Bier

Der Jahresausflug fand dieses Jahr zum ersten Mal als Kooperationsveranstaltung der OGV's Heimerdingen und Ditzingen statt. So warten am Mittwoch den 15. Mai 2019 in Ditzingen weitere 12 Personen vom OGV Ditzingen auf den Bus mit den Gartenfreunden aus Heimerdingen.

Doch wo bleiben sie? Im Gewühl des Heimerdinger Berufsverkehrs ist kein Vorankommen. Doch das Warten lohnt sich. Schließlich treffen sie ein und wir können uns auf den Viertagesausflug nach Oberfranken begeben. 

Wolfgang Gommel (1. Vorsitzender OGV Heimerdingen) begrüßt die Reisenden mit dem Hinweis, dass heute der Familiengedenktag der UN ist. Ein gutes Omen, denn zum ersten Mal in der Geschichte der beiden Vereine gehen die zwei OGV-Familien von Ditzingen und Heimerdingen gemeinsam auf Reisen, auf Reisen in die Genussregion Oberfranken. Warum nennt sich dieses Fleckchen Erde „Genussregion“? Nun, die Erklärung ist einfach: 

5.511 Einwohner auf eine Brauerei (oder 167 Brauereien insgesamt) 2.080 Einwohner auf eine Bäckerei 1.540 Einwohner auf eine Metzgerei 

Und wir werden noch erfahren, was Genießen heißt. Mit den informativen Kommentaren unseres reiseführenden Busfahrers Karl Kost vergeht die Anreise mit einem kurzen Brezelvesperstopp wie im Fluge und wir erreichen unser erstes Ziel, Schloss Weißenstein, noch bei gutem Wetter. Die Kalte Sophie ist milde gestimmt und die Bauernregel „Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist“ trifft nicht zu. Aber warten wir ab. 

Schloss Weißenstein: Sommerresidenz des Kurfürsten Lothar Franz beeindruckt mit der höfischen Wohnkultur des europäischen Barock. 

Nach einem fränkischen Mittagessen geht es weiter nach Bamberg. Sophie hat sich an ihren Ruf erinnert. Es wird kalt und windig. Den Dom mit dem Bamberger Reiter, von dem keiner so richtig weiß, warum er in der Kirche aufgestellt wurde, kennt jeder, aber dass vor 35 Jahren der letzte Fischer seine Netze an den Nagel gehängt hat, ist nur wenigen bekannt. Bedingt durch die Schließung des alten Schlachthauses ging die Nahrungszufuhr zurück und zwang die Fischer zur Betriebsaufgabe. Durchs malerische Wiesenttal schaukelnd, genießen wir die Fahrt zum Hotel Rheingold (****) in Bayreuth. 

Donnerstag, 16. Mai 

Gut ausgeschlafen und noch satt vom abendlichen Buffet, stärken wir uns zunächst an der bestens sortierten Frühstücksmeile. Die Kalte Sophie meldet sich zurück. Zunächst nieselt es, dann setzt Regen ein. Wir lassen uns nicht abschrecken und gehen in den Winterkleidungsmodus über. Regenschirme werden aufgespannt und Mützen aufgezogen. 

Der Besuch der Eremitage ist ein einzigartiges Erlebnis. Friederike Sophie Wilhelmine von Preußen bzw. Wilhelmine von (Brandenburg-)Bayreuth gestaltete das Anwesen, das ihr von Ihrem Gatten (Friedrich von Brandenburg-Bayreuth) geschenkt wurde, nach eigenen Plänen. 

Historische Parkanlage mit Altem Schloss, neuem Schloss mit Sonnentempel und Wasserspielen. Wilhelmine nutzte die Zeit in ihren Memoiren mit dem höfischen Leben abzurechnen. Bayreuth ohne Wagner, geht das? Nein, wirklich nicht. Aber heute mal nach dem Motto Klatsch und Tratsch: 

"Ich habe zu viel Bier getrunken", erklärt Wagner einmal, "ich werde dann zänkisch, übelnehmerisch wie Robert Schumann." Freundlich umschreibt Cosima die Trankesfolgen stets als "Diät-Fehler“. (https://www.spiegel.de /spiegel/print/d-40831584.html) Im Anschluss an die Stadtführung genossen wir das UNESCO Weltkulturerbe: das Markgräfliche Opernhaus. Das Opernhaus gehört zu einem Ensemble, das auch die Synagoge einschließt. Da die Gefahr bestand, dass das Feuer auf die angrenzenden Gebäude übergreift, wurde sie in der Nacht der Novemberprogrome stark verwüstet aber nicht in Brand gesteckt. Der 16. Mai ist übrigens der Tag des Friedlichen Zusammenlebens, was die beiden OGV-Familien aufs Beste demonstrierten. 

Freitag, 17. Mai 

Sophie hat sich beruhigt und sonniges Wetter ist unser Begleiter. 

Maisel’s Biererlebniswelt erwartet uns. Wir begeben uns auf eine Zeitreise und erfahren wie sich die Bierherstellung über mehr als ein Jahrhundert entwickelt hat. Eine Bierprobe krönt den Rundgang. 

In Kürze: Brauereiführung mit Malzplatz, Dampfmaschinenraum, Läutergrant, Hopfenkammer, Biergläsersammlung (über5.550) über 400 Emailleschilder unterschiedlichster Brauereien, um nur einige Dinge zu nennen. 

Bei einem fränkischen Vesper bereiten wir uns in der Brauerei Trunk auf den Besuch der Basilika Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein vor. Im Juni 1446 sieht der Schäfer Herrmann Leicht zum dritten Mal ein Kind, dieses Mal mit einem roten Kreuz. Das Kind in der Mitte sagte zum Schäfer: „Wir sind die vierzehn Nothelfer und wollen eine Kapelle haben, auch gnädiglich hier rasten“. Wenige Tage nach der letzten Erscheinung wurde ein erstes Wunder vermeldet. Eine totkranke Magd wurde nach Anrufung der Nothelfer geheilt. Die Kapelle wurde errichtet, 1448 wurde der Altar geweiht. Stephan Mösingen gibt im 18 Jh. Balthasar Neumann den Auftrag einen Plan zu entwerfen (1742) Tagesabschluss: Besichtigung Parkanlage Schloss Memmelsdorf.

Samstag, 18. Mai 

Sophie hat sich endgültig verabschiedet. Nach wiederum reichhaltigem Frühstück brechen wir zur Teufelshöhle auf. Eine charmante Führerin geleitet uns durch das Labyrinth und bringt uns nach 400 Stufen wieder sicher ans Tageslicht. Die Teufelshöhle ist die größte der 1000 Karsthöhlen in der Fränkischen Schweiz. Sie war schon lange bekannt, aber nur das Höhlenportal, welches nach 85 Meter endete (Teufelsloch). Hans Brand, Geologe, durchbrach 1922 einen Versturz. Im August 1931 wird die Höhle zur vollständigen Besichtigung freigegeben. 

In Pottenstein, ganz in der Nähe der Höhle, kehren wir im Gasthof zur Goldenen Krone ein und genießen fränkische Küche und fränkisches Bier. 

Danach geht es wieder der Wiesent entlang durch die malerische Fränkische Schweiz, das letzte Stück der Reise auf der Autobahn. 

Wir haben viel gesehen und genossen. Dank unseres überall orts-, geschichts- und kulturkundigen Fahrers waren auch die Busetappen stets lehr- und unterhaltsam. 

Unser Dank gilt aber auch Wolfgang Gommel, dem flexibel auf die Wünsche und Bedürfnisse der Gruppe reagierenden Reiseleiter. Er vermochte es, uns täglich mit Gedenktagen und anderem Wissenswertem zu versorgen, z.B. Spontanvegetation und Kein-schmutziges-Geschirrtag. 

Die erste Kooperation der beiden Vereine war ein voller Erfolg. 

Zur BUGA nach Heilbronn geht es am 13. Juli gemeinsam, wegen der großen Nachfrage aber in zwei Bussen. 

Und nächstes Jahr wieder auf eine Viertagesreise. 

Bericht: Helmut Bier, OGV Ditzingen

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