Fachvortrag Pestizide und Ihre Wirkung auf Bestäuber

Am Montag den 19.03.2018 referierte die NABU-Fachbeauftragte für Wildbienen und Pflanzenschutz Frau Holmgeirsson, im gut besuchten Bürgerhaus Heimerdingen über Pestizide und ihre Wirkung auf Bestäuber.

Sie erklärte uns zunächst die unterschiedlichen Lebensräume und Art der Futterbeschaffung von Honig – und Wildbienen und warum sie daher so wichtig für uns sind. So werden zum Beispiel durch Honigbienen 80% der Nutz- und Kulturpflanzen bestäubt, sie erbringen rund 2 Mrd € Bestäubungsleistung für wichtige Lebensmittel! Weniger Insekten bedeuten auch weniger Vogelarten, Echsen, Fledermäuse und Wildpflanzen. Leider ist die „Biomasse“ der Insekten seit 1989 bereits um ca. 75% zurückgegangen. Hauptursachen sind der zunehmende Nahrungsmangel im Sommer, der Flächenverbrauch und Pflanzenschutz sowie Düngung. Sie wies darauf hin, dass die Anwendung des Pflanzenschutzes nicht der Landwirtschaft alleine in die Schuhe geschoben werden darf. Gefördert durch unser Verbrauchsverhalten, alles günstig haben zu wollen, entsteht hier ein hoher Wettbewerbsdruck. Zudem werden rund 6,7 Mio Tonnen Lebensmittel alleine in Deutschland im Jahr weggeworfen, welche zuvor mühevoll gezüchtet bzw. hergestellt wurden. Ausserdem werden die Pflanzenschutzmittel in nicht unerheblichem Maße durch Privathaushalte angewandt: Rund 21% der Insektizide werden an Privatanwender verkauft! Hier stellt sich die Frage der Notwendigkeit – Privathaushalte sind nicht wie die Landwirtschaft auf Erwerb angewiesen. Wir sollten auch beachten, dass biologische Insektizide zwar nicht die „Chemische Keule“ sind, jedoch ihre Wirkung dennoch haben: Insekten vernichten – auch Nützlinge.

Im Anschluss zeigte Frau Holmgeirsson auf, wie jeder von uns einen Beitrag leisten kann, Nützlinge und Bienen zu fördern:

So sollten wir in unseren Gärten vermehrt heimische Pflanzenarten anpflanzen. Einfach mal in einer „Wilden“ Ecke Pflanzen wachsen und abgeblühte Stauden im Winter stehen lassen. Laubhaufen und Totholz bieten ebenso Unterschlupf. Offener Boden, Sandhaufen oder Lehmhaufen an sonnigem Platz bieten Wildbienen ideale Nistplätze. Auch die Wasserversorgung (Teich, Vogeltränke) sollte nicht vergessen werden. 

Der OGV leistete ebenfalls einen Beitrag und gab jedem Besucher eine kleine Tüte regionale Samenmischung inklusive Anleitung mit, um im eigenen Garten ein Blühbeet für Wildbienen anlegen zu können.

Weitere Tipps und ausführlicher Einblick siehe Rubrik "Wissenswertes"

Hinweise zur verteilten Samenmischung

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