Seltene Birnensorte gefunden

Matthias Braun, der Ortspomologe aus Hemmingen, hat sie entdeckt: die Wöhrlesbirne. Wohl einer der letzten verbliebenen Bäume dieser Sorte steht am Höfinger Weg gegenüber der Einfahrt zur BayWa.

In der Oberamtsbeschreibung von 1852 ist die Wöhrlesbirne bereits genannt, neben anderen Birnensorten wie Knausbirnen, Wasser- und Palmischbirnen, Wadelbirnen sowie Holz- und Schweizer Wasserbirnen.

Der Königlich Württembergische Garteninspektor Eduard LUCAS schreibt in seiner Kernobstbestimmung von 1854:

"Wörlesbirn, Wehrlesbirn, reif Ende September, wird schnell taig.

Vorkommen: In ziemlicher Verbreitung im Oberamt Ludwigsburg, Besigheim und den angrenzenden Bezirken.

Eine kleine, ziemlich birnförmig gestaltete, recht schätzbare Mostbirn. Schale vom Baum hellgrün, später citronengelb ohne alle Röthe. Punkte fein, zahlreich, grau; auch sind immer einige Rostflecken bemerkbar. Fleisch weiß, sehr herb, ungemein saftreich. Der Baum wächst langsam, zeichnet sich durch feine Sommertriebe aus, wird aber groß und alt, und ist recht tragbar. Der Most ausgezeichnet gut, haltbar, hell; muß aber frisch vom Baum vor dem Taigwerden gemostet werden, (Hoh. Cat. Nr. 189.) "

Im Einvernehmen mit dem Baumbesitzer bemüht sich der Obst- und Gartenbauverein Heimerdingen diese aussterbende Birnensorte zu erhalten. Dafür werden an dem Baum verwertbare Reiser abgeschnitten und diese auf eine geeigneten Unterlage, z. B. „Kirchensaller Mostbirne“ gepfropft. Auf dem so veredelten Baum reifen dann in ein paar Jahren Wöhrlesbirnen.